Zwischdurch mal was anderes

Während ich auf die Zifferblätter für die Vintage- Uhr gewartet habe, bekam ich eine besondere Anfrage. Ob ich eine Dezimaluhr herstellen könnte. Klar, habe ich ja im Programm. Nein-Nein, eine Wanduhr, fürs Büro. Ach so. Kurz überlegt, klar, kann ich, mache ich gerne. Der Interessent schickte mir dann eine Skizze, wie er sich das vorgestellt hat.

Na ja, das Gehäuse sieht aber komisch aus. Wir haben uns dann auf ein „normales“ rundes Gehäuse geeinigt. Und die inneren Zahlen? Ja, daran kann abgelesen werden, wieviel Prozent des Tages schon vergangen sind. Ach so. Ich habe dann das Zifferblatt gezeichnet und per Bildbearbeitung in einen runden Rahmen montiert. So könnte die Uhr dann aussehen.

Das gefiel ihm, nur der Schriftzug „Dezimalzeit“ sollte weg. Kein Problem. Auf meinen Namen habe ich aber bestanden. Der muss auf dem Blatt erscheinen. Dann habe ich überlegt, was ich so alles dafür brauche. Die Räder konnte ich im Modellbaubedarf kaufen. Die Acrylglasscheiben bei einem örtlichen Händler zuschneiden lassen. Und weil ich die Idee irgendwie witzig fand, habe ich mir gedacht, mache ich gleich zwei davon. Eine für mein Geschäft. Aber dann eine DuoDial, also mit kleinem 12-Stunden Zifferblatt für die „Erdenzeit“ Und zur Sicherheit Acrylscheiben für 3 Uhren, falls was schief geht. Die Räder musste ich natürlich noch bearbeiten. Abdrehen und montieren. Kunststoff zu drehen ist eine ganz schöne Schweinerei, die Drehbank und der Werktisch sahen dementsprechend aus.

Nach getaner Arbeit musste ich erst mal gründlich saubermachen.

Da ist das Räderwerk für die Uhr mit zwei Zeigern.

Dann die Räder für die DuoDial. Das sind ein paar mehr, weil ich ja das zweite Zeigerwerk mit antreiben muss. Ein Extrawerk für das 12-Stunden Zifferblatt war mir zu simpel, zu einfach. Aber auch das hat ganz gut geklappt.

Erst mal ein Satz Probierzeiger aufsetzen und ein paar Tage zur Probe laufen lassen. Währen beide Uhr laufen, kümmere ich mich um die Zifferblätter. Die lasse ich bei einem Werbebeschrifter drucken. Ein gelbes für die DuoDial.

Und das Schwarze für den Kunden

Da sollten gelbe (Messing)Zeiger drauf, die ich dann aus Messingblech gefräst habe. Anschließen lackiert, damit sie nicht anlaufen.

Als „Zugabe“ habe ich dann noch die Initialen des Kunden auf den Rahmen graviert.

Dann alles zusammenbauen und fertig.

Die Zeiger für die zweite Uhr habe ich schwarz und rot lackiert.

Das Gehäuse, also den Rahmen, für diese Uhr habe ich schwarz lackiert und dann das Werk eingebaut.

Die hängt jetzt an exponierter Stelle bei mir im Geschäft. Das hat ja alles sehr gut geklappt, das Reservematerial habe ich nicht gebraucht. Was mache ich jetzt damit? Ach, dachte ich, so eine Wanduhr mit Regulatoranzeige wäre doch auch schick. Gesagt – getan. Natürlich mit authentischer Darstellung, also der Sekundenzeiger in der oberen Zifferblatthälfte. Die Grafik übernehme ich von meiner Armbanduhr mit dieser Zeitanzeige.

Auch diese Zeiger sind lackiert, blau mit Metalliceffekt. Der Sekundenzeiger wird von einem sogenannten „Schleichwerk“ angetrieben und hat dadurch einen kontinuierlichen Gang. Ich habe hier ein kurzes Video dazu eingestellt.

Und hier in bewegten Bildern