noch eine Wanduhr

Der letzte Satz des vorherigen Beitrags hier lautete: Mal sehen, was mir noch so in den Kopf kommt. Vielleicht mal was retrogrades?
Diese Idee gefiel einem Leser (einem Follower) sehr gut. Der Interessent hat schon eine Armbanduhr mit retrograder Stunde. Und so eine Wanduhr in der Wohnung, das wär’s doch. Gedacht – bestellt. Nach einigen Gesprächen waren wir uns über die Ausführung einig. Es sollt ein 3-dimensionales Zifferblatt sein, wie auch auf seiner Armbanduhr.

Puh….. da musste ich doch erst mal in 20 Jahre alten Dateien suchen. Noch erstellt unter Windows 95. Zum Glück konnte ich die noch mit meinem jetzigen Betriebssystem öffnen. Ein 30 cm Zifferblatt ist zu groß für meine Maschine, ich musste die Fräsarbeiten also auswärts machen lassen. Das hat auch sehr gut geklappt, wie man sieht

Die Oberfläche erinnert noch an eine Küchenreibe.

Das Blatt wird jetzt pulverbeschichtet, dann hat es eine schöne glatte Oberfläche. In der Zwischenzeit fräse ich die Zeiger. Diesmal auf der eigenen Maschine.

Ich glaube, so langsam muss ich mal neues Material bestellen, aus diesem Stück bekomme ich nicht mehr viele Teile.
Wenn die Zeiger fertig sind, werden sie noch lackiert. Zuerst weiß grundiert.

Aber dann: der Sekundenzeiger in Blau

Der Minutenzeiger in Rot

Und der Stundenzeiger in Grün.

Die klassischen Bauhausfarben eben.

Jetzt ist das Zifferblatt vom Pulvern zurück, die Oberfläche ist schön glatt für die Beschriftung.

Die Beschriftung erfolgt per Folienschnitt. Die Zahlen und Kreise und Linien werden aus einer schwarzen Folie geschnitten und dann auf das Blatt aufgeklebt. Hat etwas gedauert, aber dann kam das Ergebnis, gut in Blasenfolie eingepackt.

Donnerwetter, das hat der Beschrifter supergut hinbekommen. So feine Serifen müssen erst mal geschnitten werden.

Dann will ich mal loslegen mit dem Zusammenbau. Erst den Minutenzeiger aufsetzen.

Dann den Stundenzeiger.

Für den Sekundenzeiger muss ich noch ein Futter drehen.

Mit einem papierdünnen Scheibenfräser wird das Futter dann geschlitzt.

Dann noch das Futter in den Zeiger pressen.

Und den Zeiger aufsetzen.

Jetzt kann die Uhr erst mal an der Wand hängen und zur Kontrolle laufen.

Nach ein paar Tagen setze ich das Werk mit Zifferblatt dann in das Gehäuse.

Da hängt sie nun und wartet auf den zukünftigen Besitzer, der bestimmt viel Freude daran hat.
Die Uhr wird auch viele verwunderte Blicke auf sich ziehen. Hat eben nicht jeder, so eine ungewöhnliche Zeitanzeige an der Wand.