ein neues Projekt.

 

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Ein neues Projekt.

Nach längerer Zeit habe ich ein neues Projekt, also mit einer neuen Uhr begonnen. Als ich vor einiger Zeit im Deutschen Museum in München war, fiel mir eine Taschenuhr mit einer wahrlich ungewöhnlichen Zeitanzeige auf. Ich möchte hier noch nicht zu viel davon preisgeben, aber den Namen der Uhr kann ich schon mal nennen: es ist die Uhr ohne Zeiger. Hat aber gar nichts mit den mechanischen Digitaluhren der 70er Jahre zu tun, so eine wie diese hier.

Konstruktion und Prototyp sind soweit fertig, jetzt geht es an die Herstellung der Komponenten. Hier mal ein paar Fotos von der Zifferblattfertigung. Auch diese Uhr bekommt ein 3-dimensionales Zifferblatt mit einem eingefrästen Linienmuster.

10 Stück habe ich jetzt fertig

Die Linien sind so weit auseinander, das lauter kleine Pyramidenstümpfe stehen bleiben. Als ich das zu Hause gezeigt habe, sagte meine bessere Hälft: das sieht aus wie eine Eierpappe. Hmmmm…… dann nenne ich dieses Muster mal scherzhaft Clou de carton.

Bei der Bearbeitung haben sich die Blätter etwas verzogen. Daher muss ich sie noch einmal glühen. Danach sind sie pottdeckeleben. Das ist wichtig für die weitere Bearbeitung.

Danach werden die Scheiben matt gestrahlt. Und zwar von beiden Seiten, damit sie sich nicht wieder verziehen oder wölben.

Es bleiben ja kleine Pyramidenstümpfe stehen. Die oberen Flächen davon werden jetzt erst auf einem feinen Fließ blank geschliffen. Für diese Arbeiten habe ich mir einen speziellen Halter gemacht.

Danach werden die Flächen auf einer Glasplatte mit Polierpaste poliert. Das ist eine ganz schöne Sauerei, da ziehe mal besser nicht mein bestes Hemd an. Die Flecken gehen nicht wieder raus.

Jetzt ist auch das Medaillon, auf dem später der Name des Herstellers (also meiner) steht, aber auch poliert.

Und weil Zahlen oder Buchstaben auf poliertem Untergrund nicht gut aussehen, wird diese Fläche wieder matt geschliffen.

10 Blätter sind fertig, um versilbert zu werden. Dann geht es weiter.

Nachtrag 2.12.

Und hier die versilberten Zifferblätter. Lackiert sind sie auch schon. Die blanken Flächen der Pyramidenstümpfe sind auch nach dem Lackieren blank geblieben. Jetzt können die Blätter bedruckt werden.

Nachtrag 11.12.

Post aus der Galvanik. Bevor es weitergeht, muss ich jetzt erst einmal die 5 Grundwerke wieder zusammen setzen. Der Genfer Streifen ist mir diesmal sehr gut gelungen. Wenn die Werke fertig sind und gut laufen, geht es mit den Teilen der ungewöhnlichen Anzeige weiter.

Die Zifferblätter sind ja noch beim Bedrucker. Sollten aber noch vor Weihnachten fertig sein.

 

Nachtrag 12.1.2019

Und hier die letzte Aktualisierung dieses Beitrags. Im nächsten werde ich dann das „Geheimnis“ lüften. Aber vorher noch ein paar Fotos, was in der Zwischenzeit passierte:

Die Werke habe ich inzwischen montiert, auch den Distanzring. Obwohl der später nicht sichtbar ist, habe ich den mit einer Tupfpolitur versehen. Sieht einfach besser aus.

Wie immer bei mir, die Schrauben sind noch nicht gebläut, das mache ich ja immer am Schluss. Nur die für den Ankerkloben und die Schraube für den Winkelhebel habe ich schon fertig bearbeitet, weil ich da später nicht mehr so gut drankomme. Hier einmal das Werk mit WHR von vorne

Das Zentralrad, das sich in 3 Stunden einmal dreht von der Unterseite.

Und hier zusammen mit dem Werk.

Das Zentralrad wird wie ein Stundenrad auf das Minutenrohr gesetzt.

Für die obere Lagerung wird eine Brücke aufgeschraubt.

Dies ist nur eine „Arbeitsbrücke“ zum Probieren. Später wird eine andere Brücke aufgesetzt. Diese ist dann auch mit einem Steinlager für den vorderen Zapfen des Zentralrades versehen.

 

Einer „Erlkönig“ habe ich inzwischen auch fertig. Das ist eine Uhr, die voll funktionsfähig ist. Aber eben noch nicht so aussieht, wie die endgültige Uhr. Einfaches, lackiertes Zifferblatt, das noch nicht bedruckt ist. Solche „Erlkönige“ kennt man aus der KFZ Branche. Auch da werden neue Modelle auf Herz und Nieren geprüft. In der Arktis und am Amazonas. Da fahre ich natürlich nicht hin. Aber ich trage meinen Erlkönig auch schon seit einigen Wochen, um zu sehen, ob alles funktioniert. Bis jetzt hat die Uhr alles mitgemacht, und ich habe die Uhr nicht geschont.