die Uhr ohne Zeiger

So, nun hat es leider doch etwas länger gedauert, bis ich weitermachen kann. Ein paar Probleme gab es mit Zulieferteilen. Speziell die kleinen Rastfedern machten Ärger. Bevor wieder ein ganzer „Satz“ daneben geht, habe ich erst mal ein paar Muster lasern lassen. Leider sind es nur zwei geworden, drei hätte ich aber für die erste Uhr gebraucht.

Dann muss ich die dritte eben aus Messing machen. Die wird dann natürlich später durch eine Stahlfeder ersetzt. Von den Anzeigescheiben habe auch erst mal welche aus Messing gemacht und dieses dann rhodiniert, damit sie stahlfarben aussehen. Hier das Zentralrad mit den zwei Stahlfedern. Die konnte ich aber nicht einfach so einbauen. Die Reibeflächen habe ich mit einer Steinfeile und Polierpaste blank geschliffen. Um die Reibung am Rastrad zu verringern.

Zum Beschriften der Flügel, wie die Anzeigescheiben im Werkstattjargon heißen,      habe ich mir sogenannte „Sticker“ machen lassen. Diese sind ca. 0,2 mm hoch und    haben einen schönen 3-dimensionalen Effekt. Es kam dann ein Paket mit sehr viel Füllmaterial. Ganz unten lagen die Sticker.

Das Aufkleben war ziemlich knifflig, hat nach einigen Fehlversuchen dann aber doch ganz gut geklappt.

Und hier das (fast) fertige Zentralrad. Die Messingfeder tausche ich nachher ja noch aus.

Das Rad mit den Federn ist etwa so groß wie eine 1-Cent Münze.

Komplett mit den Flügeln etwas größer als ein 2-€ Stück

Dann nehme ich aus meinem Bestand ein paar kleine Schrauben.

Diese werden poliert, gereinigt, entfettet und dann thermisch gebläut.

Mit diesen Schrauben wird ein geschliffenes Blech im Topf befestigt. Damit ein gleichmäßiger Hintergrund hinter den Anzeigen zu sehen ist.

Ich habe überlegt, ob ich die Schrauben überhaupt bläuen soll oder lieber so lassen soll. Blau ist schöner, nicht blau ist unauffälliger. Mal sehen, wie es am Schluss aussieht. Die Wippe unten schaltet die Anzeigescheiben einmal in der Stunde weiter. Während der Konstruktion habe ich mal aus 80 Einzelbildern dieses sehr kurze Video zusammengestellt. Es zeigt einen Schaltvorgang.

https://www.youtube.com/watch?v=8yvM62tQoBY

Dann wird das Zentralrad eingebaut und auch die endgültige Brücke aufgeschraubt. Diese ist ein Teil des Zifferblattes. Die Anzeige steht jetzt auf 3 Uhr 20. Die Zahl „4“ kommt schon von links, der Flügel mit der „2“ muss noch auf „5“ geschaltet werden.

Dann noch das Zifferblatt montieren und in ein vorbereitetes Gehäuse einbauen.

Und hier noch mal um 6 Uhr 36 ohne blaue Schrauben im Hintergrund. Was sieht besser aus? Ich bin mir nicht sicher.

Ich kann die Entscheidung ja dem Kunden überlassen. Die Schrauben sind schnell ausgetauscht. Dann habe ich noch ein Band angesetzt und Fotos gemacht. Ich bin kein guter Fotograf und habe auch nicht die passende Ausrüstung. Aber so sieht es eben kompletter aus.

Und hier noch einmal mein „Erlkönig“, von dem ich im letzten Beitrag gesprochen habe. Das Zifferblatt hatte ich einfach weiß lackiert. Die Anzeigescheiben und die Skalen sind bedruckte Klebeetiketten. Nicht schön, aber zu probieren und testen reicht es.

Nachtrag 16.2.

Auch in unseren Bronzegehäusen macht die Uhr ohne Zeiger eine gute Figur.

Der Glasrand ist etwas schmaler, weil das Zifferblatt einen etwas größeren Durchmesser hat. Erstaunlich, was 1 mm so ausmacht.