das Zifferblatt Teil 1

Das „Gesicht“ einer Uhr. Auch bei mir hat die Computertechnik Einzug gehalten. Die Zifferblätter fräse ich auf einer PC gesteuerten Portalfräse. Ein ganzes Blech. Nach dem Vereinzeln werden diese Masken gereinigt und entgratet. In die Ausfräsungen werden später die Zifferblattfüße gelötet.

 

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Die Zifferblattfüße drehe ich in der Uhrmacherdrehbank.

 

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In einer zweiten Spannung noch den Teller auf Maß drehen, die Ausfräsungen im Zifferblatt sind 0,15mm tief. Der Teller darf nicht überstehen.

 

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Durch die einseitige Bearbeitung haben sich die Zifferblätter etwas verzogen. Deshalb werden sie noch einmal geglüht. Auch sie müssen absolut flach sein. Auf einer Heizplatte werden die Blätter erhitzt. Anschließend lege ich eine flache Platte darauf und lasse alles zusammen langsam erkalten. Danach sind die Scheiben wieder absolut flach.

 

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Dann werden die Scheiben poliert und noch einmal gereinigt. Wie auch bei den Aufzugrädern wird der Schliff brillanter, wenn die zu schleifende Oberfläche poliert ist. Außerdem kann ich so besser sehen, ob das Material in Ordnung ist und keine Kratzer oder Beschädigungen hat.

 

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So wie dieses z.B. Das ist einwandfrei Ausschuss. Ich werde es als Einstellteil für die nächsten Arbeitsgänge nehmen.

 

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Mit einer speziellen (und sehr teuren) Bürste bekommen die Blätter dann einen Sonnenschliff. Aber nicht wie bei der Dresswatch-1 aus der Zifferblattmitte. Hier lege ich das Zentrum des Schliffes in das Sekundenblatt. Also eher ein „Sonnenaufgangsschliff“ Und einige Blätter bekommen den „Nienaberschen Karoschliff“, der anscheinend nicht nur mir gefällt.

 

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Wieder ein anderes Spannwerkzeug, diesmal für die Drehmaschine. Mit einem superscharfen Drehstahl wird das Sekundenzifferblatt ausgedreht und dabei etwas  abgesenkt.

 

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Jetzt darf nichts mehr passieren. Jeder unbedachte Handgriff, jeder Fehler von mir führt unweigerlich dazu, dass das Zifferblatt, und damit fast 2 Stunden Arbeit, unbrauchbar ist. Den Schliff kann ich nicht mehr nacharbeiten. Aber irgend etwas geht immer schief, beim Einspannen in die Drehbank am Stichel hängen geblieben, Macke, Ausschuss.

 

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Die restlichen Blätter sind aber in Ordnung. Bei den Blättern mit Karo-Schliff wird nur ein Kreis als Abgrenzung eingestochen. Ein Sekundenzifferblatt „im Nichts“ sieht nicht gut aus.

 

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Jetzt werden die Blätter noch einmal gereinigt und in Seidenpapier eingepackt. Da die Oberflächen schnell anlaufen schicke ich sie gleich noch zum Galvanisieren. Die meissten stahlfarben. Und ein paar auf besonderen Wunsch in Blaugold und Ruthenium.

One thought on “das Zifferblatt Teil 1”

  1. Ich bin fasziniert ,wie komplex die Arbeitsvorgänge sind und mit
    was für einer Präzision sie ausgeführt werden müssen.
    Ich freu mich besonders auf die Zifferblattvarianten in Blaugold und Ruthenium.

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