Presse und Fernsehen

Kürzlich war die lokale Tageszeitung hier.  In der Reihe „die letzten ihrer Zunft“ ging es diemal um den Beruf des Uhrmachers.

Artikel

Zum Nachlesen kann der Bericht hier aufgerufen werden.

Und dann hatte ich Besuch vom Fernsehen. Das Landesstudio Bielefeld des WDR war hier und hat einen kurzen Bericht gedreht. Dieser Beitrag kann in der Mediathek angesehen werden,

 

 

BASELWORLD

Die Baselworld, die wichtigst Messe für Uhren und Schmuck, öffnet vom 27.3. bis zum 3.4. wieder ihre Tore. Auf den Gemeinschaftsstand C15 der AHCI (Académie Horlogère des Créateurs Indépendants) in Halle 2 stelle ich neben meinen ungewöhnlichen Zeitanzeigen in diesem Jahr auch das neue Uhrenmodell Janus aus. Hier erste Fotos und eine Beschreibung:

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JANUS, der römische Gott mit zwei Gesichtern, ist Namensgeber dieser Uhr. Das Uhrwerk ist so eingebaut, dass sich das Zifferblatt auf der Rückseite der Uhr befindet. Mit einem Druckknopf kann die untere Bandbefestigung gelöst werden. Nach dem  Hochklappen der Uhr fällt der Blick auf das Zifferblatt mit dezentralem Sekundenzeiger.

Für diese Uhr wurde ein Handaufzugwerk AS 1130 nachträglich mit einem automatischen Aufzug versehen. Die Aufzugsmechanik hat 6 zusätzliche Steinlager und lässt sich auch per Handaufzug betätigen.

Ein Video der Uhr ist hier zu sehen:

Leider hatte Steven Spielberg gerade keine Zeit,  daher die mäßige Qualität.

Und hier noch ein paar technische Daten und Beschreibungen: die Automatik ist inkl. Rotor ca. 2,4mm hoch und hat 6 Steinlager. Der kugelgelagerte Rotor zieht in beide Richtungen auf. Rechnerisch entspricht eine Umdrehung des Rotors ca. 2 Minuten Gangdauer. Das habe ich aus den Zähnezahlen errechnet, kann in der Praxis etwas abweichen. Die Gangdauer beträgt 36 Stunden bei Vollaufzug. Die Herausforderung war einerseits die Zugfeder, die ich mit einem Schlepphaken ohne festes Ende versehen musste. Das Federhaus ist ja fix, kann ich also nicht verändern oder vergrößern. Durch den Schlepphaken verringert sich die wirksame Länge der Zugfeder um etwa einen Umgang. Daher die etwas geringere Gangdauer als beim Handaufzugwerk. Die zweite Herausforderung war die Option, auch von Hand aufzuziehen zu können. Dazu habe ich ein Umlenkrad auf einer Wippe gelagert. Wenn an der Krone gedreht wird, schwingt dieses Rad aus dem Eingriff, die Räder der Automatik werden also nicht mitgedreht. Eine kleine Feder drückt Rad und Wippe aber wieder in den Eingriff zur Automatik, wenn nicht mehr an der Krone gedreht wird.

Premiere für Nienaber Uhren: Top Ten der Uhrenwahl „Goldene Unruh“

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Die Fachzeitschrift UHREN MAGAZIN und FOCUS online veranstalten in jedem Jahr die Wahl zur „Goldenen Unruh – die schönsten Uhren“. Wir freuen uns, dass wir dieses Mal erstmalig und gleich mit zwei Modellen unter den „Top Ten“  dieser renommierten Uhrenwahl sind und würden uns über Ihre Stimme für den Regulator in der Kategorie A  und das Modell Retro-2 in der Kategorie C sehr freuen. Sie können noch bis zum 31.1.2014  hier abstimmen
Den Teilnehmern der Uhrenwahl winken bei der Verlosung attraktive Preise! 

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  Wir wünschen Ihnen viel Glück !

im Fotostudio

Gestern war ich also beim Fotografen. Wer schon mal Uhren oder ähnliche Objekte fotografiert hat weiss, wie schwierig das sein kann. Es sollen ja keine Reflexe auf den polierten Oberflächen sein, Fingerabdrücke sowieso nicht. Das Glas soll nicht spiegeln, jede Ecke und Kante soll möglichst gut ausgeleuchtet sein. Die Vorarbeit zu solchen Fotos ist recht aufwändig und zeitintensiv. Das eigentliche Foto dauer nur 1/20stel Sekunde…… Habe mal den Fotografen bei der Arbeit fotografiert.

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Jetzt werden die Bilde noch etwas bearbeitet. Es sind zwar digitale Bilder, der Fachmann sagt aber trotzdem „Entwickeln“ dazu. Ich versuche immer, die Bilder „echt“ zu machen. Wenn doch mal eine Spiegelung da ist, wird diese zwar etwas retuschiert. Aber künstlich sollen die Fotos nicht aussehen. Ich hatte mal eins, das war wirklich klasse. Nur an einer Stelle spiegelte sich mein Daumen. Ich hatte eine weisse Pappe zur Ausleuchtung gehalten. Solche kleinen „Extras“, die man meißt erst auf den zweiten oder dritten Blick sieht, lasse ich dann. Das verstehe ich unter „echten Fotos“

die letzten Arbeitsgänge

Gestern habe ich die ersten drei Uhren montiert und hier sind sie nun:

in Stahl mit silbernem oder Ruthenium-Zifferblatt und in Stahl/Gold mit silbernem Blatt.

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Die Zeiger gebläut außer bei dem dunklen Blatt. Lederbänder aus echtem Straussenleder in schwarz, dunkelbraun oder ockerfarben, passend zum Gehäuse und Zifferblatt. Donnerstag habe ich einen Termin beim Fotografen, dann bekomme ich bessere Fotos.

Dieser Bericht war nicht so umfangreich wie bei der Dresswatch, da ich leider zu spät daran gedacht habe, den Blog weiter zu führen. Ich hoffe, es hat trotzdem Spass gemacht.

die Zifferblätter Teil 2

Gestern sind die Zifferblätter vom Drucker gekommen. Da die zwei zusätzlichen „Kreise“ etwas tiefer liegen, müssen sie gesondert gedruckt werden. Mit einem kleineren Stempel. Sonst wird der Druck am Rand unsauber. Man sagt dazu: „in drei Schlägen“ gedruckt. Also drei einzelne Druckvorgänge.

Dazu werden auch unterschiedliche (und sehr schwer zu fotografierende)Klischees benötigt.

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Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen. Sauber bis an den Rand der Ausdrehung gedruckt.

 

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Ein paar Zifferbätter hatte ich leider etwas verkratzt bei der Fertigung. Diese habe ich weiß lackiert, als Einstellteil für die Druckmaschine. Das Einrichten dieser Maschine ist eine aufwändige Angelegenheit, der Druck muss auf Bruchteile eines Millimeters zentrisch sitzen.

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Weiß Blatt mit blauen Zeigern ? Sieht bestimmt nicht schlecht aus. Werde ich mal bei einer Uhr probieren.

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Eine Karte mit Sekundenzeigern habe ich inzwischen auch bekommen. Stunden- und Minutenzeiger mache ich ja selber. Die Vorgehensweise dabei ist die gleiche wie bei der Dresswatch, nur alles etwas kleiner. Aber die dünnen Sekundenzeiger mit dem extra langen Zeigerrohr habe ich von einem Zeigerhersteller in der Schweiz bezogen.

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Das letzte Zulieferteil ist der beschriftete Gehäuseboden, noch nicht verglast.

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Der Endmontage steht somit nicht mehr im Wege, nächste Woche geht es damit los.

 

die Zifferblätter

Die Blätter sind gestern aus der Galvanik zurück gekommen. Die versilberten müssen dann sofort lackiert werden, damit die Versilberung nicht anläuft. Ich habe einen Seidenglanzlack gewählt, um stöhrende Reflexe zu vermeiden. Die unterschiedlichen Oberflächen sollen natürlich erhalten und sichtbar bleiben. Die dunklen Blätter in Ruthenium laufen zwar nicht an, lackiert habe ich sie dennoch.

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Medium- Regulator

So, gestern habe ich die Zifferblätter gefräst. Hier kommt wieder die PC gesteuerte Portal- fräse zum Einsatz. Ein ganzes Blech voll mit Zifferblättern, die so aber natürlich nicht bleiben können. Nach dem Vereinzeln werden sie noch weiterbearbeitet. Ich werde darüber berichten.

fräsen

 

An den Werken habe ich auch schon gearbeitet. Das PESEUX ist ja schon recht klein. Aber die Teile, die ich für den Umbau auf Regulatoranzeige anfertigen muss, kann man schon mal versehentlich „einatmen“ Und irdendwo in der Werkstatt liegen auch welche, die mir runtergefallen sind und nicht wieder auftauchten. 🙁

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Das sind (von Links) das neue Stundenrad. Noch ohne Rad, das niete ich später auf. Dieses Rad sitzt dann bei der Uhr auf der 12 Uhr Position. Der Lagerstift für das neue Stundenrad und die Verlängerung des Minutenrades in der Zifferblattmitte. Durch den Umbau wird das Werk 0,5 mm höher, plus 0,3 mm für das Zifferblatt. Also muss ich das Minutenrad um 0,8 mm verlängern.

 Samstagsarbeit

Die Zifferblätter sollen 3-stufig werden, mit drei verschiedenen Oberflächen. Der äußere Ring für die Minuteneinteilung bekommt einen Sonnenschliff. Als Vorbereitung dazu werden die Blätter erst einmal poliert, um dem Schliff Brillanz zu geben. Danach werden sie gereinigt und geschliffen. Der Schliff hat hier sein Zentrum in der Zifferblattmitte.

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Danach klebe ich die Blätter mit einem transparenten Klebeband auf ein Aluminiumblech und schneide mit einem sehr scharfen Messer innen am eingefrästen Ansatz die Folie raus. Auf diesem Blech werden die Zifferblätter dann gestahlt, um den mittleren Teil matt zu machen.  Der äußere Rand mit dem Schliff sollte ja geschliffen bleiben. Das klappt nicht immer, manchmal drücken sich die Glasperlen auch unter das Abdeckband. Das sieht man aber erst, wenn dieses entfert wird.

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Dann werden die Blätter vom Blech getrennt und gereinigt, um evt. Kleberückstände zu beseitigen. Durch das Strahlen haben sich die Blätter wieder leicht verzogen, also müssen sie noch mal geglüht werden, bevor der nächste Arbeitsschritt erfolgt. Wobei das Wort „Glühen“ nicht ganz richtig ist. Die Blätter werden erhitzt. Dadurch entspannt sich das Material und wird wieder flach. Beim Trennen der Bläter vom Blech muss ich sehr behutsam sein. Schon mit dem Fingernagel kann die mattierte und damit sehr empfindliche Oberfläche verkratzt werden. Durch das Erhitzen verfärben sich die Blätter etwas, nach dem langsamen Erkalten ist davon aber nichts mehr zu sehen.

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Montagsarbeit

Nach dem Erkalten sind die Blätter wieder flach und ich schraube sie mit drei Schrauben (M0,8 mm) auf eine Planscheibe. Dann drehe ich vorsichtig die zwei zusätzlichen Zifferblätter aus. Etwa 0,1mm tief. Erst das Stundenblatt (blaue Markierungen) Jetzt darf nichts mehr passieren. In diesem Stadium lassen sich die Oberflächen nicht mehr nacharbeiten.

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Dann, mit anderen Schraubenlöchern, wieder aufspannen und den Kreis für das Sekundenblatt ausdrehen. (rote Markierungen)

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Dann noch mal reinigen, in Seidenpapier einpacken und zur Galvanik schicken. Ein Teil wird versilbert, ein paar Blätter mache ich auch in Ruthenium.

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Ein schöne dunkle Farbe. So zwischen Braun und Schwarz. Ein Musterblatt habe ich schon. Dieses Blatt wird dann mit Weiß bedruckt und bekommt weiß lackierten Zeiger. Das stelle ich mir im Stahl/Gold Gehäuse sehr edel vor. Hier das Fotomuster im Stahlgehäuse.

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das nächste Projekt

 HALLOOOO, ist noch jemand da und liest mit?

Ich mache einfach mal weiter.

Auf mehrfachen Wunsch mache ich mal etwas kleineres. Für die Damen, die sich für Mechanik interessieren und für etwas ungewöhnliche Zeitanzeigen. Begonnen habe ich mit der Scheibenuhr, die einen Gehäuse Ø von nur 35 mm hat.

 

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Diese Uhr hat in München auf der MunichTime viele Freunde gefunden. Der Bestand wird auf der passenden Seite meiner HP aktuell angezeigt.

Als nächstes soll ein Medium- Regulator folgen. Gehäuse Ø 36mm, also als kleine Herrenuhr oder auch für zarte Damenhandgelenke geeignet. Eine Fotomontage sehen Sie auf meiner Eingansseite rechts bei den Neuigkeiten, das erste Fotomuster ist auch fertig.

 

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Nächste Woche will ich noch mal Zifferblätter machen und zeige dann, wie es weitergeht.

das Finale

Jetzt geht es weiter. Ich hatte zwischendurch ein paar andere Arbeiten zu erledigen (Tagesgeschäft) und eine Woche Urlaub habe ich mir auch gegönnt. Ich habe nun alle Teile zusammen. Das Werk, das Zifferblatt, Zeiger, einen Satz gebläuter Schrauben (mit weißem Schlitz) und den vernickelten Werkhaltering.

 

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Als erstes stelle ich das Zeigerwerk auf „kurz vor Datumschaltung“ und setze das Zifferblatt auf. Zum Zeigersetzen gibt es eine spezielle Vorrichtung, bei der der Minutenzapfen in der Werkmitte unterstützt wird. Da ich öfter mit diesen Werken arbeite, habe ich für den Sekundenzapfen eine Unterstützung nachträglich eingebaut.

 

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Zuerst setze ich den Sekundenzeiger auf. Um Beschädigungen zu vermeiden, wird eine Plastikfolie über Zeiger und Zifferblatt gelegt. In der Beschreibung steht später, dass die Datumschaltung bis ca. 1 Uhr dauert. Also stelle ich das Uhrwerk, bis der Schaltvorgang beendet ist und setzte den Stundenzeiger auf 1 Uhr. Dann auf 6 Uhr vorstellen, um zu kontrollieren, ob der Sekundenzeiger auch nicht zu hoch steht. Und zum Schluss den Minutenzeiger aufsetzen. Dann schalte ich das Datum ein paar Tage durch, ob der Schaltvorgang wirklich um 1 Uhr beendet ist.

 

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Genau so verfahre ich nach und nach mit weiteren Werken. Die Zeiger für die dunklen Zifferblätter in Ruthenium und Blau werden aber nicht gebläut. Sie bleiben Stahl/blank.

 

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Dann nehme ich eins der vorbereiteten Gehäuse, lege Werk und Werkhaltering rein und bringe die Aufzugwelle auf die passende Länge. Die Krone soll ja möglichst flach am Gehäuse anliegen.

 

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Ein letzter Test auf der Zeitwaage, ein leichter Vorgang ist erwünscht.

 

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Erst jetzt tausche ich die Schrauben gegen die gebläuten Schrauben aus. Beginnend mit den Werkhalteschrauben „arbeite“ ich mich einmal durch das Werk, bis alle Schrauben ausgetauscht sind. Ein weiterer Schraubensatz liegt nun für die nächste Uhr bereit.

 

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Dann lege ich einen leicht gefetteten Dichtring in den verglasten Boden, lege den Boden passend auf und schraube ihn mit den 5 Edelstahlschrauben fest.

 

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Zum Schluss noch der obligatorische WD Test im Unterdruck. Ich prüfe auf 3 bar plus ein bisschen Toleranz nach oben. Bei diesem Test wird ein Unterdruck erzeugt. Durch die Luft im Gehäuse, die ja den atmosphärischen Druck hat, dehnt sich das Gehäuse etwas aus. Diese Ausdehnung wird gemessen. In diesem Fall 11µ. Diese Ausdehnung muss über einige Minuten konstant bleiben. Wenn dann beim Belüften der Messfühler auch wieder auf „Null“ zurück geht, ist die Uhr wasserdicht.

 

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Dies ist eine zuverlässige und sichere Prüfungsart bis 3 oder 4 bar. Für Uhren, die einem höheren Druck standhalten müssen, nehme ich das Prüfgerät mit Kompressor, das dann mit Überdruck prüft. Die Art der Prüfung durch Verformung des Gehäuses ist aber die gleiche.

 

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Jetzt noch eins der weichen Lederbänder mit „NIENABER-Schließe“ ansetzen.

Und ein erster Tragetest, passt auch unter die Manschette.

 

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Damit wäre das Projekt eigentlich angeschlossen. Was jetzt noch kommt, hat weniger mit „Uhrenmachen“ als vielmehr mit „Uhren verkaufen“ zu tun. Ich muss noch ein paar gute Fotos machen lassen, auch von den Sonderblättern in Ruthenium, Blau und vom Karoschliff. Es müssen noch Flyer gestalten und gedruckt werden. Beschreibung und Garantieschein muss ich noch machen und der Internetauftritt mit Text und Bildern will auch vorbereitet sein.

 

 

 

Ich hoffe, es hat allen gefallen und ich habe bei dem Einen oder Anderen eine gewisse „Begehrlichkeit“ geweckt. Ich freue mich, diese Uhr auf der MunichTime vom 31. Oktober bis zum 3. November in Hotel Bayrischer Hof präsentieren zu können und hoffe natürlich auf eine gute Resonanz.