Sommerloch

Zur Zeit ist nicht so viel los im Geschäft, Sommerzeit eben. Aber das heißt ja nicht, dass ich untätig bin. Für ein Zeigerwerk brauche ich neue Räder. Wechselradtrieb und Stundenrad, Übersetzung 3:1. Da das ein sehr „eigenwilliger“ Modul ist, für den ich keinen Formfräser habe,    mache ich die konturgesteuert. Nach der Konstruktion werden die Daten noch mal in der Maschinensoftware bearbeitet. Modul 0,33. Da passt so gerade noch ein Fräser Ø 0,3  in die Zahnlücke.

Das Messingblech dafür wird mit Spannfolie auf ein Alublech geklebt. Spannfolie? Da habe ich mal Video zu gemacht.

Zuerst wird ein Ansatz angefräst, in den später das Zeigerroh eingenietet wird, dann gaaaaanz vorsichtig die Zahnkontur. So ein Fräser verträgt keine großen Schnittgeschwindigkeiten und bricht schnell ab. Hat aber ganz gut geklappt.

Dann die Triebe mit 10 Zähnen. Damit die auf dem Trägerblech kleben bleiben, fräse ich nicht ganz durch, sondern lasse ich ein paar Hundertstel stehen. Eins ist zwar doch weggeflogen. Ich habe es aber in den       Spänen gefunden.

Danach werden die Räder und Triebe vereinzelt und gereinigt. Reste des Klebers werden mit Verdünnung abgewaschen. Dann geht es an die   weitere Bearbeitung.

Als ich dann den Rest der Bleche in die Sammelkiste für Messing werfen wollte bemerkte ich, dass die schon ganz schön voll ist. Wird mal wieder Zeit, zum Metallrecycler zu fahren.

Ich habe dann mal meine Ecken durchsucht, ob ich noch mehr           Messingschrott habe und bin fündig geworden. Uhrmacher schmeißen ja nichts weg. Und aus der Zeit, als ich noch Großuhren, also PPU’s        gemacht habe, hatte ich noch vorgefertigte Teile. Träger, Platinen,          Gewichtshülsen und – und – und. Zifferblätter, die ich vorbereitet habe und solche, die (aus welchem Grund auch immer) nicht gut geworden sind. Und solche, die ich im Kundenauftrag gemacht habe und die dann nicht abgeholt worden sind. Auch so etwas kommt leider vor. Es tat mir in der Seele weh, als ich daran dachte, wieviel Zeit und Arbeit darin steckte. Aber irgendwann muss auch mal Schluss sein.

BASTA.

Ich habe mir dann drei Postkästen geborgt und alles reingeworfen.

Aber das reichte noch nicht. Also noch mal welche holen, damit alles reinpasst und ich die Kästen auch noch tragen kann.

Beim Wiegen waren es dann doch deutlich über 100 Kg, die ich im Laufe von fast 30 Jahren gehortet habe. Jetzt habe ich wieder etwas mehr Platz im Lager. Mal sehen, was ich da jetzt so alles sammeln kann.

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