Etwas neues aus der Werkstatt

Heute möchte ich einmal zeigen, wie ich die Rotoren für das Modell JANUS fertige. Solche Rotoren haben am Außenrand ein Gewicht, das dafür sorgt, dass sich der Rotor, der Schwerkraft gehorchend, immer nach unten bewegt. Dadurch entsteht im Mittelpunkt eine Drehbewegung, die über ein kleines Getriebe auf das Sperrad und den Federkern übertragen wird und die Uhr aufzieht. Die größte Masse des Rotors sollte möglichst weit außen liegen, um auch kleinste Lageänderungen in Drehbewegung für den Aufzug umzusetzen. Welches Metall ist sehr schwer?

Uran natürlich. Es werden ja viele Atomkraftwerke zurück gebaut, aber meine Anfragen nach abgebrannten Uranstäben wurden leider nicht geantwortet. 😉

Tantal ist schwer. Seltene Erden……..Leider auch sehr teuer.

Natürlich Gold und Platin. Wäre eine Möglichkeit, behalte ich mal im Hinterkopf, falls mir nichts anderes einfällt.

Blei scheidet aus, ist zu weich. Ganz unten in der Liste, gleich vor Zinn und Zink steht Wolfram. Eine Dichte von gut 19, also etwas leichter als Platin und etwas schwerer als Gold in einer 750er Legierung. Mit Dichte wird das Gewicht angegeben. 19 bedeutet, ein Würfel von 10 cm Kantenlänge wiegt 19 Kg. Also habe ich mir ein Stück Wolfram besorgt und los ging es. Erst einen Hohlzylinder drehen. Das Material ist sehr hart und sehr mühsam spanend zu bearbeiten. Die Drehbank hat geächzt und die Wendeplatten hatten keine sehr lange „Standzeit“ Besonders der 1mm breite Abstechstahl war nach einem Ring stumpf.

drehen3 drehen4 drehen5 drehen6

Aber nach einem Tag Arbeit hatte ich meine 4 Ringe, aus denen ich dann 8 Segmente machen kann. Den Träger fräse ich aus Messingblech 0,4mm dick. Gleich mit Logo und Schraubenlöchern. Diese werden dann auf den Ring aus Wolfram übertragen und gebohrt. Dabei habe ich einige Hartmetallbohrer abgebrochen. Eben sehr mühsam zu bearbeiten.

Rotor1 HMbohrer HM-bohrer

Mit einer dünnen Trennscheibe werden die Ringe dann aufgeschnitten. So bekomme ich aus jedem Ring 2 Gewichte. Auch dieser Arbeitsgang war nicht einfach. Die Trennscheibe hatte ganz schön zu tun. Und ich musste öfter eine Pause einlegen, weil der kleine Motor ganz schön heiss wurde.

schneiden schnitt

Eine Anprobe, passt recht gut, die Schnittkanten werden noch etwas nachgeschliffen.

rotor

In einem „geheimen Verfahren“ wird dann noch ein schöner Hohlschliff auf die Schräge aufgebracht. Das sieht sehr gut aus.

schliff schliffe

Der Träger wird auch noch mit einem sauberen Strichschliff versehen und geht dann zum Vergolden. Aber da ist gerade Urlaub.

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