MunichTime

In zwei Wochen ist es soweit, die MunichTime öffnet ihre Tore. Vom 28.10. bis 30.10. sind im Hotel Bayrischer Hof in München wieder viele schöne Uhren zu sehen. Speziell bei den kleinen Herstellern, zu denen ich mich ja auch zähle, ist auch ein persönliches Gespräch mit den     „Machern“ möglich, um sich über die gezeigten Uhren zu informieren und zu fachsimpeln.

Hier der Katalog der Ausstellung:

Und gerade eben fertiggestellt für die MunichTime. Ein Regulator im 40 mm Bronzegehäuse mit 24 Stunden- Anzeige und blauen Zeigern. Üblicherweise mache ich die Zeiger für Bronze- und Stahl/Gold Gehäuse ja nur goldbraun.

p1050671 p1050669 p1050668

 

 

 

Geschafft

Vorgestern, am Dienstag, hatte ich einen Termin beim Fotografen. Und hier die ersten Bilder der fertigen Uhr und ein Bild der Rückansicht.

gs-2 gs-3 gs-7

Gestern habe ich dann noch ein Video gedreht und eben eingestellt:

Auf der MunichTime vom 28.10. bis 30.10. im Hotel Bayrischer Hof kann ich die Uhr dann präsentieren. Ich freue mich auf Ihren Besuch.

neues Zeigerwerk, Teil 3

Während die Zifferblätter beim Bedrucken sind, muss ich noch die Viertelrohre umarbeiten. Das Minutenrohr steht 1,3 mm über. Hier gemessen an einem anderen Werk.

mo1

Da kein Mittelloch im Blatt ist und die neuen Zeigerwerksräder 0,8 aufbauen, sind das 0,5 mm zu viel. Ich muss das Minutenrohr also etwas kürzen, zur Sicherheit um 0,7 mm. Für diese Arbeit habe ich mir extra eine Spannzange passend ausgedreht, um über das Trieb zu spannen. Aber: Stahl auf Stahl geht wohl nicht, wie bereits der erste Versuch zeigt.

mo2

Vor längerer Zeit habe ich mal für ein anderes Projekt eine Aufnahme aus Messing gedreht. Da werden die Minutenrohre eingeschraubt.

mo3 mo4

Ist zwar etwas aufwändiger, aber damit kann ich die Werkstücke sicher spannen. Zuerst kürze ich um 0,7 mm, dann muss ich noch den oberen Ansatz etwas abdrehen, 0,1 mm reicht.

mo5 mo6 mo7 mo8

Hier ein Bild vorher – nachher

mo9

Das neue Zeigerwerk muss ja auch angetrieben werden, dazu presse ich ein neues Trieb auf das Minutenrohr.

mo10 mo11 mo12 mo13

Dies treibt dann das Wechselrad und die Zeigerräder an. Das Wechselrad ist auf einem Exenter gelagert, mit dem ich das Zahnspiel einstellen kann. Je weniger, desto besser.

mo14 mo15 mo16 mo17

Zuviel Zahnspiel

mo18

So passt es.

mo19

Jetzt schnell wieder den Deckel auf die Dose, damit kein Staub reinkommt.

mo20

Jetzt muss ich aber noch etwas an den Gehäusen machen. In die Mittelteile kommen noch Gewindehülsen für die Schrauben, mit denen später der Boden befestigt wird. Diese Hülsen sind aus Neusilber. Darin halten die Schrauben besser als im Edelstahl. Und wenn mal ein Gewinde „überdreht“ wurde, kann die Hülse getauscht werden.

mo21

Für den hinteren Ansatz der Hülsen werden die Löcher im Gehäuse       etwas eingesenkt.

mo22 mo23

Die Hülsen werden von der Zifferblattseite eingepresst.

mo24 mo25 mo26

Die Hülsen schließen jetzt bündig ab und werden mit einem kleineren Punzen noch etwa 0,1 mm tiefer gedrückt. Dabei schält sich auch der kleine Grat ab, der sich beim einpressen gebildet hat.

mo27 mo28 mo29

Auch auf der Rückseite liegen die Hülsen ca. 0,1 mm zurück.

mo30

Jetzt noch den Tubus einpressen und eine Anprobe mit der Krone       machen. Passt.

mo31 mo32

Und jetzt warte ich auf die bedruckten Zifferblätter. Dann geht’s an die Endmontage.

die Zifferblätter

Weiter geht es mit den Zifferblättern. Nachdem mein „wortkarger Mitarbeiter“ die Zifferblattscheiben gefräst hat, werden zuerst die Löcher für die Zeiger aufgebohrt.

Blatt-1 Blatt-2 Blatt-3

Als nächstes mache ich von der Rückseite eine Ausdrehung für den     Ansatz am Stundenrad.

Blatt-4

Jetzt kann eine erste Anprobe gemacht werden. Passt, die neuen Zeigerräder stehen passend über.

Blatt-5

Die Löcher für die Stundenpunkte (Nupsis) werden aufgebohrt.

Blatt-6 Blatt-7

Die Punkte im Sekundenblatt werden nur angesenkt

Blatt-8

Danach bekommen die Blätter einen schönen Sonnenschliff. Da ja kein Mittelloch im Blatt ist, brauch dieser nicht bis in die Mitte gehen.

Blatt-9 Blatt-10

Danach wird die äußere Maske abgedeckt und die beiden eigentlichen Zifferblätter werden matt gestrahlt.

Blatt-12 Blatt-13

Danach wird die Abdeckung entfernt und die Blätter werden versilbert. Das lasse ich außer Haus bei einer Lohngalvanik machen, die können das besser als ich.

Blatt-14

Nach dem Versilbern werden die Punkte im Sekundenblatt noch einmal nachgesenkt, sie sollen ja gelb erscheinen.

Blatt-15 Blatt-16

Dann werden die Blätter mit einem Schutzlack versehen, damit die Versilberung nicht anläuft.

Blatt-17 Blatt-18

Das die matten Zonen danach etwas dunkler    erscheinen, ist ein ganz normaler Effekt. Ein matter Lack sieht immer    etwas dunkler aus als ein glänzender Lack. Nun packe ich die Blätter wieder in Seidenpapier ein und schicke sie zum Drucker. Auch bei diesem Arbeitsgang verlasse ich mich auf einen Profi, der die richtige Ausrüstung und das Know How dafür hat.

 

Werkmontage

Nachdem ich nun (fast) alle Teile soweit vorbereitet habe, geht es an die Montage. Die komplett zerlegten Werke müssen wieder montiert werden.

werk1

Vorher muss ich aber noch die recht schmucklosen Aufzugräder mir      einem schönen Schliff versehen. Zuerst die kleinen Kronräder. Diese      bekommen einen einstufigen Schliff.

werk2 werk3

Die Sperrräder werden zuerst leicht angeschliffen. Dann mit einer Art Sonnenschliff versehen. Erst bei der zweiten Stufe bekommen sie diese schönen „Schweife“, die bei unterschiedlichem Lichteinfall schimmern.

werk4 werk5 werk6

Ich mache immer ein paar mehr als erforderlich. Die nun blanken und ungeschützten Oberflächen werden dann noch versiegelt. Zum Schutz vor Korrosion.

werk7

Nun habe ich alles zusammen und kann beginnen.

werk8

Zuerst presse ich den Stift ein, mit dem das neue Zeigerwerk gelagert wird. Hier mal ein Größenvergleich.

werk9

Von innen in die Ausdrehung des Federhauses.

werk10 werk11 werk12 werk13

Dann montiere alles auf der Zifferblattseite.

werk14

Zuerst die Aufzugwelle mit Kupplungsrad und Kupplungstrieb

werk15

Dann die restlichen Teile für den Aufzug und die Zeigerstellung.

werk16 werk17

Einmal in Zeigerstellung ziehen, um die Schrägverzahnung zu fetten.

werk18

Die gereinigten und frisch geölten Stoßsicherungsteile. Deckstein und Lochstein.

werk19 werk20

Zum Schluss noch die beiden Zifferblattschrauben. Dafür sind im Werkhalter extra Aussparungen.

werk21 werk22

Weiter geht es auf der anderen Seite. Die Räder einsetzen, die Brücke auflegen. Die Räderzapfen einfädeln und die Brücke festschrauben.

werk23 werk24 werk25

An die Zugfeder tue ich etwas dünnes Fett. Dann erwärme ich das Federhaus mit der Feder etwas. Das Fett wird flüssig und zieht sich schön zwischen die Federumgänge. Dann den Deckel aufpressen und den Federkern ölen.

werk26 werk27 werk28

Das Federhaus einsetzen und die Brücke aufschrauben

werk29 werk30

Dann die Sperrfeder einlegen (Achtung Fluchtgefahr) und die                   Sperrklinke aufschrauben

werk31

Den Kronradring etwas fetten und die vorbereiteten Aufzugräder aufschrauben. Jetzt kann ich das Federhaus etwas aufziehen und sehen (und hören), ob die Räder frei laufen.

werk32 werk33

Die Schrauben bearbeite ich ja immer ganz zum Schluss. Nur die Schraube für den Ankerkloben habe ich vorab schon gebläut, weil ich an die später nicht mehr so gut drankomme

werk34

Den Anker einlegen, den Kloben aufsetzen und festschrauben

werk35 werk36 werk37

Den Unruhkloben muss ich noch montieren. Die Stoßsicherungsschale mit Spiralträger und Rückerzeiger eindrücken und verpressen. Und zwar so stark, dass sich beide noch bewegen lassen, aber nicht zu leichtgängig sind.

werk38 werk39 werk40 werk41

Die Unruh einlegen, den Befestigungsstift festschrauben und den Spiralschlüssel schließen.

werk42 werk43

Die Unruh einbauen und schauen, ob die Spirale schön flach liegt. Tut sie nicht, ich muss die Befestigung noch etwas tiefer in den Träger      drücken.

werk44 werk45

So ist es besser. Die Spirale muss auch mittig im Schlüssel liegen, das kann ich aber nicht so richtig fotografieren.

werk46

Dann noch das obere Unruhlager ausbauen. Einen ganz kleinen Tropfen Öl auf die flache Seite des Decksteins geben und ein noch kleineres Tröpfchen an den Lochstein. Dann beide Teile einbauen.

werk47 werk48 werk49

Zum Schluss noch das Viertelrohr aufsetzen. Das muss ich noch einmal abnehmen und bearbeiten. Aber so ist es erst mal an seinem Platz und kann nicht verloren gehen.

werk50

Jetzt eine Kontrolle auf der Zeitwaage. Dabei achte ich noch nicht auf die Ganggenauigkeit, sondern erst mal auf eine gute Amplitude und darauf, dass sich die Lagerdifferenzen im Rahmen halten.

werk51 werk52

Wenn alles passt, kommen die Werke in eine Plastikkapsel. Damit die empfindlichen Oberflächen nicht beschädigt werden können.

werk53 werk54

Damit ist das erste fertig, 19 Stück folgen noch.

werk55

Aber auch diese Arbeit ist ja irgendwann getan.

werk56

In der Zwischenzeit hat mein „wortkarger“ Mitarbeiter ein Tablett mit Zifferblättern gefräst. Damit geht es dann nächste Woche weiter.

werk57

neues Zeigerwerk, Teil 2

Wie versprochen, hier der zweite Teil Diesmal geht es um das neue       Minutenrohr.

Die Minutenrohre drehe ich aus Stahl. Auch hier erst einen Ansatz in der passenden Länge.

zwm1 zwm2

Hier ist Maßhaltigkeit ebenfalls sehr wichtig. Den Zapfen drehe ich leicht konisch, auf 3 mm Länge um 0,1 mm.

zwm3 zwm4

Vorne bekommt der Zapfen noch eine polierte Kuppe. Das Zeigerauge, das später zu sehen ist.

zwm5

Dann drehe ich einen zweiten Ansatz.

zwm6 zwm7

Am Ende des Ansatzes säge ich den Zapfen ab.

zwm8 zwm9

Den Ansatz drehe ich ab. Dabei kommt es nicht so auf das Maß an. Hauptsache, die Fläche ist plangedreht.

zwm10

Am Ende des Tages habe ich wieder mehr Späne als Teile gemacht.

zwm11

Und jetzt kommt die Sache mit dem Konus. Der Zapfen ist von 0,9 auf       1,0 mm konisch gedreht. Die Triebe sind mit 0,95 gebohrt. Nur gebohrt wird meist etwas größer, 0,96 oder 0,97 vielleicht. Das Trieb geht etwa zur Hälfte auf den Zapfen.

zwm12 zwm13

Der Rest wird gepresst. Geht ganz schön schwer bei Stahl auf Stahl. Und der dickere Ansatz ist einerseits als Anschlag gedacht, andererseits vermackel ich nicht den Zapfen.

zwm14 zwm15

Den Ansatz drehe ich dann ab. Durch den Konus kann der Zapfen jetzt nicht nach vorne bzw nach oben aus dem Trieb gerissen werden. Zum Beispiel, wenn man den Minutenzeiger, der ja auch recht fest sitzt, abziehen muss.

zwm17 zwm16

Dann auch hier mit einem Zentrierbohrer die Mitte ankörnen und passend aufbohren.

zwm18 zwm19 zwm20 zwm21

Aber nur als Sackloch, die Bohrung soll ja nicht vorne durch das polierte Zeigerauge gehen.

zwm22

Dabei gibt es auch mal „Bruch“. In diesem Fall konnte ich den abgebrochenen Bohrer noch „rausprokeln“, manchmal sitzt die Spitze aber auch fest. Gut, dass ich ein paar mehr gemacht habe.

zwm23

Da ist mein neues Zeigerwerk. Stundenrad, Minutenrohr und der Lagerstift, den ich in die Grundplatte pressen muss.

zwm24

Das Stundenrad hatte ich mit 0,9 aufgebohrt. Es passt noch nicht ganz auf das Minutenrohr

zwm25

Mit einer komischen – ääähhh…. konischen Reibahle vergrößere ich die Bohrung, bis das Stundenrad leicht, aber ohne zu viel Spiel auf das       Minutenrohr passt. Das die Reibahle genau den selben Konus hat wie das Minutenrohr ist kein Zufall. 😉

zwm26 zwm27

So passt es. Das erste neue Zeigerwerk ist fertig

zwm28

Der Kasten mit vorbereiteten Teilen füllt sich.

zwm29

neues Zeigerwerk, Teil 1

Wie auf dem Zifferblatt zu sehen, sind Stunden- und Minutenzeiger versetzt oberhalb der Mitte. Um 5,5 mm um genau zu sein. Dafür muss ich die Zeigerräder, ähnlich wie beim Regulator, aus der Mitte umlenken. Ich hätte gerne das Zeigerwerk vom Grundwerk Unitas 6325 genommen. Leider passte das nicht, weil an der Stelle, an der das neue Wechselrad gelagert werden muss, schon ein Lager des Räderwerkes ist. Ich muss    also ein neues Zeigerwerk machen. Zuerst einmal das Stundenrad. Aus Messing drehe ich das Stundenrohr auf Maß.

zwst1

Für die Zeigerpassung ist absolute Maßhaltigkeit erforderlich, der Stundenzeiger wird mit 1,49 aufgerieben.

zwst2

Dann spanne ich das Werkstück um und drehe die Länge passend.

zwst3 zwst4

Als nächstes einen Ansatz, auf den das Rad genietet wird. An den      „Kragen“, der stehen bleibt, legt sich das Rad an, damit es später flach läuft. Unter dem Zifferblatt ist Platz dafür.

zwst5

Die Mitte wird mit einem Zentrierbohrer angekörnt und das Mittelloch wird gebohrt.

zwst6 zwst7 zwst8 zwst9

Das ganze etwa 20 mal plus ein paar mehr als Ersatz, falls was daneben geht. Ganz schön viele Späne für die paar Teile.

zwst10

Jetzt werden die Räder auf die Stundenrohre genietet.

zwst11

Die Räder werden an der einen Seite etwas kräftig gesenkt für den      Nietansatz.

zwst12 zwst13

Der Nietansatz des Stundenrohres steht etwas über.

zwst14

Zuerst wird der Ansatz etwas gespreizt und dann mit einem anderen Punzen in die Senkung gedrückt.

zwst15 zwst16 zwst17 zwst18

Was jetzt noch übersteht drehe ich ab.

zwst19 zwst20

Bitte schön, das erste Rad.

zwst21

So langsam füllt sich der Kasten mit vorgefertigten Teilen.

zwst22

Die Messingräder werden noch rohdiniert, damit sie später nicht         anlaufen.

Die Stundenräder sind fertig, nächste Woche geht es an die Minuten-    räder.

eine Art Selbstversuch

Ich habe mal einen Selbstversuch gemacht. Für meinen „Erlkönig“ habe ich einen Gehäuseboden und den Glasrand aus Bronze (CuSn10) gedreht. Hatte gerade noch ein kleines Stück Bronze in der Maschine und ich wollte mal schauen, wie sich dieses Material ohne zusätzliche Einlegierungen auf der Haut verhält.

proto1

Das Ergebnis war niederschmetternd. Nach 4 Tagen zeigten sich erste Anlauferscheinungen.

proto7 proto_8

Und nach ca. 10 Tagen (es war warm, ich habe ganz schön geschwitzt) hatte ich eine ringförmige, grünliche Verfärbung auf der Haut. Der Boden sah scheußlich aus.

proto_9

Ich werde meine Bronzegehäuse also weiterhin mit einer Goldschicht plattieren lassen.

bronze28

So eine Patina mag bei einer Toolwatch ja hipp aussehen. Zu meinen Uhren passte das nicht.

gerade noch rechtzeitig…

…..vor dem Betriebsurlaub hat mir die Laserfirma noch die                       Zeiger“Tabletten“ gefertigt.

zeiger7

Schnell mal einen Satz anpassen (die Zeigerlöcher aufreiben) und auf mein Muster aufsetzen.

zeiger8

Cool. Müssen natürlich noch geschliffen und gebläut werden. Aber so langsam nimmt die Uhr eine Form an.

In der Zwischenzeit war ich aber nicht untätig. Ich habe 10 Uhren montiert. Nur montiert. Die erforderlichen Teile (Räder, Hebel, Federn etc.) hatte ich schon vorgefertigt.

10werke

10 Uhrwerke = etwa 10 Tage Arbeit. Jetzt noch die Schrauben bläuen und dann kann ich die Werke in die Gehäuse einbauen.

 

die Uhrwerke

Inzwischen habe ich die „magische“ Grenze von 100 Nupsis über-      schritten. Wenn ich so weitermache, also jeden Morgen 20 bis 30 Stück drehe, bin ich am Ende der Woche bei 180 Stück.

100nupsis

Um mal etwas größeres zu machen, habe ich auch die Zifferblattfüße     gedreht. Immer mal so zwischendurch.

werk5 werk6

Aber ich wollte ja etwas zu den Werken sagen. Vorgesehen ist wieder eins meiner Lieblingswerke Unitas 6325. 13“ = Ø 29,5 mm. 17 Steine, 21.600 A/h. Davon habe ich noch einige im Bestand. Es gibt unterschiedliche Platinenformen, ich habe beide Ausführungen. Ich nehme von       jeder 10 Stück. Das sind rein optische Unterschiede, sonst sind die Werke identisch.

werk

Als „Dekoration“ oder besser: als Oberflächenbehandlung habe ich mir mal etwas anderes ausgedacht, das ich schon bei einigen Werken der Art D’eco Uhr probiert habe. Matt gestrahlt. Das ergibt eine samtig matte Oberfläche (sehr empfindlich) und sieht mit geschliffenen Aufzugrädern und blauen Schrauben sehr edel aus. Als Vorbereitung muss erst der Strichschliff auf den Werken entfernt werden. Das mache ich auf dem feinen (grünen) Schleifpapier, das auf eine Glasplatte geklebt ist.

werk1

Anschließend werden die Oberflächen auf ganz feinem (rosafarbenem) Schleifpapier blank geschliffen.

werk2

Das ist jetzt nicht hochglanz poliert, aber ich sehe, dass der ursprüng-    liche Schliff komplett entfernt ist. Dann schraube ich alles auf eine alte Grundplatte. Damit sich die Kloben und Platinen beim Strahlen nicht verziehen, lege ich passend gedrehte Distanzstücke darunter.

werk3

Und dann mit wenig Druck und auch nur ganz kurz einmal überstrahlen. Durch die gute Vorbereitung geht das ruck-zuck.

werk4

Noch sind die Oberflächen messingfarben. Anschließend werden die      Teile intensiv gereinigt und gehen dann zum Vergolden. Nach dem      vergolden sieht man den Unterschied in den Farben.

werk7 werk8

Jetzt mal vorsichtig ein Werk zusammenstecken.

werk9

Dabei muss ich sehr behutsam vorgehen. Schon mit dem Fingernagel kann eine glänzende Stelle eingedrückt werden. Da muss ich wohl mit Fingerlingen arbeiten, die ich eigentlich nicht so mag.