auf ein Neues

Ich hatte im letzten Sommer, als es recht heiß war, mal versucht, einen unbehandelten Bronzeboden zu tragen. Das hat leider nicht gut geklappt. Diese Reinstbronze CuSn10, also ohne weitere Einlegierungen, eignet sich nur bedingt, um direkt auf der Haut getragen zu werden. Trotzdem habe ich einen Auftrag bekommen, zwei Bronzeuhren ohne Goldplattierung zu fertigen. Dafür mache ich dann aber Böden aus Edelstahl. Da ich zuletzt viel Messing gedreht habe, muss erst mal die           Maschine geputzt werden, bevor ich den Stahl einspanne.

 

 

Als erstes drehe ich den inneren Durchmesser auf das passende Maß.

 

 

Da die Späne heiß sind und gerne fliegen, ist eine Schutzbrille unabdingbar. Ebenso ein Gehörschutz, weil es ganz schön Krach macht.

 

 

Und immer mit Schneidöl arbeiten, als Kühlung und Schmierung.

 

 

Dann den äußeren Durchmesser drehen.

 

 

Die Glasfalz, in die später das Saphirglas eingepresst wird.

 

 

Ein Einstich zeigt mir, wo der sichtbare Teil des Bodens endet. Das mache ich nur beim ersten Boden so. Zur Sicherheit. Um den Support passend einzustellen.

 

 

Denn jetzt wird die Schräge an den Boden gedreht.

 

 

Einen kleinen Ansatz lasse ich stehen, dann wird das Werkstück abgestochen.

 

 

Ich mache immer ein Teil mehr als erforderlich, es sind noch einige Arbeitsschritte zu machen, bei denen etwas schiefgehen kann. Einen Boden für ein 40 mm Gehäuse mache ich auch. Habe zwar keine Bestellung dafür, aber es war noch genug Material da. Und man weiss ja nie….

 

 

Als nächstes wird der Teilkopf auf der Fräsmaschine eingerichtet. Das Zentrum ermittele ich mit einer Messuhr.

 

 

Vier Einfräsungen mache ich in den Boden.

 

 

Mit einem Zentrierbohrer markiere ich die Löcher für die Schrauben, mit denen der Boden dann befestigt wird.

 

 

Fertig

 

 

Auf einer kleineren Maschine steche ich eine Nut ein, in der dann der Dichtring liegt.

 

 

Der letzte spanabhebende Arbeitsgang ist die Ausdrehung für das Uhrwerk. Dafür habe ich eine Spannscheibe, auf die der Boden aufgeschraubt wird.

 

 

Soweit hat ja alles gut geklappt.

 

Aber die Werkstatt und die Drehmaschine müssten eigentlich schon wieder geputzt und gefegt werden.

 

 

Die Böden werden jetzt noch entgratet und sehr fein geschliffen. Und dann kommt meine „Lieblings“beschäftigung: das Polieren. Da graut mir schon vor, aber es muss ja gemacht werden.

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